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Die Austrian Airlines - Von der Gründung bis zum ersten Transatlantikflug


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Die Hostessen der Austrian Airlines zeigen sich 1957 erstmals in ihren ind ...
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Das Verkehrsbüro lud österreichische Journalisten zu einem Österreich-Rund ...
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Die AUA genießt heute dank der Qualität ihres Angebotes weltweites Ansehen und macht den Flughafen Wien zu einer Drehscheibe vor allem für Mittel- und Osteuropa. Dass die Austrian Airlines und ihre Töchter heute Ziele auf praktisch allen Kontinenten anfliegen, war in den Anfangsjahren des rot-weiß-roten Flubetriebs aber nicht abzusehen. Am Anfang standen vier gecharterte Turboprop-Maschinen.

GRÜNDUNG

Voraussetzung für die Gründung einer eigenen Fluggesellschaft war der Staatsvertrag von 1955. Bis zum ersten Take Off einer AUA-Maschine sollte es aber dauern. Zuerst formierten sich mit der "Air Austria" und wenig später mit den "Austrian Airways" zwei Gesellschaften. Es bedurfte langwieriger Verhandlungen, bis sich die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ auf die Zusammenführung zu einer Airline einigen konnten. Am 4. April 1957 war es dann so weit: "Air Austria" und "Austrian Airways" verschmolzen zu einem Unternehmen. Am 30. September 1957 wurde die Gründungsurkunde der "Österreichischen Luftverkehrs Aktiengesellschaft, Austrian Airlines" unterzeichnet.

1958 startete mit vier gecharterten Vickers Viscounts Turbopropmaschinen der Liniendienst. Der offizielle Eröffnungsflug führte mit zahlreichen prominenten Passagieren an Bord am 31. März nach London.

Wirtschaftlich war dem Unternehmen vorerst wenig Glück beschieden. Das Grundkapital von 60 Millionen Schilling wurde bereits im ersten Betriebsjahr aufgebraucht, nach nur neun Monaten war die Austrian Airlines zahlungsunfähig war. In der neugegründeten Fluggesellschaft herrschte das reinste Chaos ? es gab weder betriebliche Kostenrechnungen noch einen Organisationsplan.

Die Regierungsparteien entschieden sich zwar einstimmig für die Weiterführung der Fluggesellschaft, waren sich aber vorerst uneinig, wie man dem Unternehmen helfen könnte. Ein Ministerkomitee legte schließlich ein AUA-Rekonstruktionsgesetz vor, das am 21. März 1962 vom Nationalrat beschlossen wurde.

KATASTROPHEN, KRISEN, PROBLEME

Die neue Airline war auch nicht vor Katastrophen gefeit. Am 26. September 1960 stürzte bei Moskau eine viermotorige Vickers Viscount der AUA ab, nachdem sie im Landeanflug Bäume in der Nähe der Landebahn gestreift hatte. Nur sieben Insassen der Maschine, darunter ein Besatzungsmitglied, die Hostess Maria Wernle, überlebten diese Katastrophe. 30 Insassen kamen ums Leben.

AUSRÜSTUNG

Die junge Airline wollte hinter der technischen Entwicklung dennoch nicht zurück bleiben. Am 20. Februar 1963 übernahm die AUA in Paris mit einer Caravelle ihren ersten Düsenjet. Bereits ein Jahr später konnte die APA melden, dass die AUA bereits fast 80 Prozent ihres Streckennetzes mit Düsenjets bediene.

BINNENFLUGVERKEHR

1963 wurde der Binnenflugverkehr zwischen österreichischen Städten aufgenommen. Mit dieser Neuerung wollten die Austrian Airlines verbesserte Bedingungen innerhalb Österreichs schaffen, aber vor allem auch den Fremdenverkehr fördern. Das Passagieraufkommen blieb allerdings weit unter den Erwartungen, der Inlandverkehr brachte hohe Verluste. Heftige Diskussionen waren die Folge. Niedrigere Tarife sollten die Lösung bringen.

BILANZEN UND JUBILÄEN

Kurz vor dem 10. Geburtstag des Unternehmens, das schon damals als "friendly airline" firmierte, reiste am 10.Oktober 1967der zweimillionste Fluggast mit den Austrian Airlines

TRANSATLANTIKFLUG

In einer zweiten Aufbauphase setzte man alles daran, aus der AUA ein gewinnbringendes Unternehmen zu machen. Erste Voraussetzung dafür war die Aufnahme des Transatlantik-Verkehrs. Nachdem nach einem langen Prozess alle Verträge abgeschlossen waren und die Austrian Airlines die Landegenehmigung von den Vereinigten Staaten erhalten hatten, flogen die Austrian Airlines am 1. April 1969 zum ersten Mal nach New York. Skeptiker verstummten, und ein Leitartikel der Aprilausgabe der amerikanischen Reisezeitschrift "Asta Travel News" war voll des Lobes und bezeichnete den Erfolg der Austrian Airlines als ein Beispiel, das Schule machen könnte. Der Transatlantik-Verkehr wurde mit dem Sommerflugplan 1971 wieder eingestellt und erst 1989 wieder aufgenommen.

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