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Kubakrise

Schweinebucht-Invasion 1961 / Kubakrise 1962 / Außenpolitik Kubas 1960-1989


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Das Bild zeigt Guerillakämpfer unter dem Kommando von Fidel Castro, die im ...
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Nach Batista's Sturz ziehen Fidel Castro (l. im Jeep stehend) und Camillo ...
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Männer und Frauen aus Castro's Guerillatruppen ziehen nach dem erfolgreich ...
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Der in Argentinien geborene Revolutionär, Ernesto "Che" Guevara, ...
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Ernesto "Che" Guevara (l.) und Fidel Castro (r.) in Havannas ber ...
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Ein unbekannter, amerikanischer Journalist gibt Fidel Castro im Overseas P ...
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Fidel Castro (r.) in Begleitung des chilenischen Diktators Augusto Pinoche ...
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Fidel Castro im Gespräch mit dem ägyptischer Staatspräsidenten Gamal Abdel ...
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Staatsbesuch von Staatschef Fidel Castro in der Sowjetunion im Jahr 1964: ...
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Nach der Revolution und der Machtübernahme durch Fidel Castro 1959 belegte US-Präsident Dwight D. Eisenhower Kuba mit einem Wirtschaftsboykott. Daraufhin näherte sich Kuba politisch und wirtschaftlich der Sowjetunion an, wodurch die USA ihre Sicherheitsinteressen im mittelamerikanischen Raum bedroht sahen.

DIE SCHWEINEBUCHT-INVASION 1961

Im Jänner 1961 brachen die USA die diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab. Der US-Geheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) begann mit Vorbereitungen für eine Invasion in Kuba und bildete dazu Exilkubaner in den USA militärisch aus. Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy genehmigte den Plan für die Aktion.

Am 15. April 1961 griffen 24 B-26-Bomber die kubanische Luftwaffe an. Zwei Tage später landeten circa 1.500 Exilkubaner, ausgerüstet mit amerikanischen Waffen und unter der Leitung der CIA, in der Bahía de Cochinos (Schweinebucht) an der Südküste Kubas. Die CIA hatte damit gerechnet, dass die Invasion in Kuba einen Aufstand der Castro-Gegner auslösen würde, dem sich auch Teile der kubanischen Streitkräfte anschließen würden. Die Invasoren sollten über die Insel nach Havanna vorstoßen, trafen aber völlig unerwartet auf erbitterten Widerstand und mussten sich zwei Tage später geschlagen geben. Mehr als 1.100 der Exilkubaner wurden gefangen genommen. Kennedy nahm die Schuld für das Scheitern der Invasion auf sich. Im Ausland protestierte vor allem die Sowjetunion (UdSSR) scharf und sprach von einer Provokation gegen den Frieden. Die große Mehrheit der gefangenen Exilkubaner wurde gegen die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten im Wert von mehr als 50 Millionen Dollar, die private Gruppierungen in den USA aufgebracht hatten, im Dezember 1962 freigelassen.

DIE KUBAKRISE 1962

Die Kubakrise wird im Allgemeinen als der Höhepunkt und gleichzeitig als Wendepunkt in der Geschichte des Kalten Krieges angesehen. Sie war jener Punkt in der Weltgeschichte, an dem die beiden Supermächte USA und Sowjetunion einer nuklearen Eskalation so nahe standen wie zu keinem anderen Zeitpunkt.

Im April 1962 wurden in der Türkei amerikanische Thor- und Jupiter-Atomraketen, die auf die UdSSR zielten, einsatzbereit gemacht. Im Mai begann Moskau seinerseits mit der Stationierung von Atomraketen auf Kuba. Die Gründe dafür waren zum einen die Verteidigung gegen eine Invasion Kubas und zum anderen der strategische Vorteil gegenüber den USA. Im August 1962 entdeckten US-Aufklärer erstmals die Raketenabschussvorrichtungen auf Kuba.

Ihren Höhepunkt erreichte die Krise vom 14. bis zum 28. Oktober. Im Oktober wurde auf neuen Fotos der direkte Beweis für die Existenz von Mittelstreckenraketen auf Kuba erbracht. Kennedy berief sofort seinen Beraterstab (Executive Commitee, ExComm) ein. Verschiedene Reaktionsmöglichkeiten wurden geheim erörtert, darunter diplomatische Lösungsversuche sowie militärische Möglichkeiten der Seeblockade oder Invasion. In der Zwischenzeit bewiesen weitere Luftaufnahmen die Existenz von rund 30 ballistischen Kurz- und Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von bis zu 2.000 km, die die wichtigsten Industriestädte der USA sowie Washington auslöschen konnten. Außerdem wurden auf der Zuckerinsel sowjetische IL-28-Bomber montiert.

Am 22. Oktober wurden die amerikanischen Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Kennedy berichtete in einer Fernsehansprache der Öffentlichkeit von den Vorgängen und kündigte den Beginn einer Seeblockade an, die ausschließlich gegen offensive Waffen gerichtet sein sollte. Weiters forderte er den sowjetischen Präsidenten Nikita Chruschtschow zum Abzug der Raketen von Kuba auf und drohte für den Fall eines Angriffs auf die USA mit einem atomaren Gegenschlag.

Am 24. Oktober, dem Tag des Beginns der Seeblockade, drehten die sowjetischen Schiffe mit Kurs auf Kuba ab, am Tag darauf kam es zum ersten Kontakt eines russischen Schiffes mit dem US-Prisenkommando - das Schiff enthielt eine Ölladung und konnte passieren.

Der 27. Oktober war der entscheidende Tag der Kubakrise. In der Früh wurde in Amerika ein Test einer Trägerrakete durchgeführt, über den das Excomm nicht informiert war. Am selben Tag schlug die Sowjetunion vor, dass die Amerikaner ihre Jupiterraketen aus der Türkei zurückziehen sollten und sie als Gegenleistung dafür die ihrigen aus Kuba. Die USA lehnten das ab. Als zudem ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Kuba abgeschossen wurde, drohte die Gefahr eines dritten Weltkrieges, eines atomaren Konflikts.

Unter der Bedingung, dass die Amerikaner keinen Angriff auf Kuba unternehmen würden, erklärte sich Chruschtschow am 28.Oktober 1962 bereit, die Raketen von Kuba abzuziehen.

Die Krise war beendet, doch die Probleme damit nicht gelöst. So lehnten Kuba und die Sowjetunion die von den USA geforderten Rüstungsinspektionen ab. Während die Sowjets die Rampen und große Raketen Richtung Sowjetunion abtransportierten, beharrte die kubanische Regierung auf dem Verbleiben der IL-28-Düsenbomber, die sich bereits in kubanischen Besitz befanden. Schließlich stimmte Castro im November dem Abtransport zu, mit dem Argument, die Flugzeuge seien veraltert. Formell wurde die Krise im Jänner des Jahres 1963 durch einen gemeinsamen Brief der Sowjetunion und der USA an den Generalsekretär der UNO beendet.

Eine Folge der Kubakrise war in den USA und der Sowjetunion ein Nachdenken über Möglichkeiten zur Krisenbewältigung, 1963 wurde der "Heiße Draht" zwischen Washington und Moskau eingerichtet. Außerdem kam es zu verschiedenen Abkommen über eine gegenseitige Rüstungskontrolle und zu den Atomwaffensperrverträgen.

AUSSENPOLITIK KUBAS 1960-1989

Das Jahr 1960 gilt als Wegscheide in Kubas Außenpolitik. Während die Sowjetunion Kuba jeglichen Beistand im Kampf um seine Freiheit zusicherte, kündigten die USA den militärischen Beistandspakt mit Kuba auf und brachen im Folgejahr die diplomatischen Beziehungen ab. In den sechziger Jahren unterstützte Kuba revolutionäre Aufstände in Lateinamerika, was zu einer Isolierung Kubas durch lateinamerikanische Regierungen führte. Aufgrund einer teils ablehnenden Haltung zur Castro-Dokrin, die den bewaffneten Aufstand propagierte, kam es phasenweise zu Spannungen mit der UdSSR. Kubas Einstellung zum Vietnamkrieg führte zu Auseinandersetzungen mit Jugoslawien und China. 1975 verzichtete Castro offiziell auf den Export der Revolution und sprach sich für die friedliche Koexistenz des kapitalistischen und kommunistischen Systems aus. Kubas Beziehungen zu europäischen und lateinamerikanischen Staaten verbesserte sich. Der Versuch einer Verständigung mit den USA wurden durch Kubas militärisches Engagement in Afrika, insbesondere in Angola, Mitte der 70er Jahre gebremst. Die Reformen in der Sowjetunion als Folge der Perestrojka lehnte Kuba ab. Das kapitalistische Russland ist aber wichtigster Handelspartner geblieben.

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