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Niki Lauda, die Ikone des österreichischen Motorsports

Drei WM-Titel, 25 GP-Siege, 54 Mal auf dem Stockerl


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Aufnahme des jungen Niki Lauda.
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Formel-1 Rennszene: vorne Niki Lauda im Ferrari, aufgenommen 1975.
© APA-IMAGES/ullstein bild
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1975 holte sich der 26-jährige Lauda in Monza / Italien durch einen dritte ...
© APA-IMAGES/ullstein bild
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Niki Lauda wird in eine Spezialklinik für Verbrennungen in Ludwigsburg ein ...
© APA-IMAGES/APA/dpa
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Lauda bei einer Pressekonferenz in Salzburg am 8. September 1976 - ein Mon ...
© APA-IMAGES/dpa
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Niki Lauda nach seinem Unfall, gezeichnet von schweren Brandwunden.
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Der Rennfahrer Mario Andretti in seinem Lotus.
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Mit seiner eigenen Fluglinie startet Lauda schließlich erneut durch, aufge ...
© APA-IMAGES/dpa
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Andreas Nikolaus Lauda, auch als Gründer der nach ihm benannten Fluglinie prominent, ist schon zu Lebzeiten eine Art Denkmal des österreichischen Sports. Als rot-weiß-roter Jahrhundertsportler nur von Toni Sailer, als Welt-Jahrhundert-Motorsportler nur von Alain Prost ausgebremst. Drei WM-Titel, 25 Grand-Prix-Siege, 20 zweite, neun dritte, je sieben vierte und fünfte sowie fünf sechste Plätze, dazu 24 Pole-Positionen und insgesamt 31 Mal in der ersten Startreihe, stempelten den Wiener zu den größten Formel- 1-Piloten aller Zeiten.

BIOGRAPHIE UND SPORTLICHE ANFÄNGE

Am 22. Februar 1949 in Wien als Industriellensohn geboren, entdeckte der kleine Niki im Gegensatz zur Schule schon bald seine Liebe zum Motorsport. Auf dem Firmengelände der Großmutter, die dem Buben auch immer wieder finanziell unter die Arme griff, absolvierte er seine ersten Testfahrten. Ohne Wissen und vor allem auch Zustimmung der Eltern trat er 1968 mit einem von der Oma finanzierten Mini-Cooper bei einem Bergrennen in Mühllacken erstmals in die Rennöffentlichkeit und startete damit zu einer Karriere durch, die ihn in den sportlichen Olymp führten.

1969 fuhr Lauda einen Kaimann Formel-Vau, 1970 folgten Einsätze mit einem McNamara Formel 3, 1971 kaufte sich der Österreicher beim englischen March-Team ein und feierte erste Formel-2-Erfolge. Der Grand Prix seiner Heimat auf dem Österreich-Ring in Zeltweg/Spielberg war das erste Formel-1-Rennen für Niki, allerdings ohne Erfolg - er schied mit seinem March aus. Immerhin sollte Lauda aber in der 26-jährigen Geschichte der Großen Preise in der Steiermark der einzige Österreicher (trotz Jochen Rindt und Gerhard Berger) sein, der auch einmal (1984 auf McLaren) als Sieger abgewunken wurde.

1972 bestritt der Österreicher als damals 23-Jähriger auf March- Ford schon das komplette WM-Programm, mit einem siebenten Platz in Südafrika als bestes Ergebnis. 1973 fuhr der zu BRM gewechselte Österreicher mit Rang fünf in Zolder seine ersten WM-Punkte heraus.

DURCHBRUCH

Dieser gelang Lauda bei Ferrari 1974. Erste Pole-Position in Kyalami, erster Sieg am 8. April im GP von Spanien in Jarama. In Zandvoort (Niederlande) schlug der Wiener noch einmal zu, WM-Rang vier lautete das Jahresergebnis. 1975 gewann Lauda auf der rasanten Jagd zu seinem ersten WM-Titel bereits fünf Mal.

UNFALL AUF DEM NÜRBURGRING UND SENSATIONELLES COMEBACK

Fünf Triumphe durfte Niki dann auch 1976 feiern, ehe sein schrecklicher Unfall am 1. August auf dem Nürburgring Karriere und sogar Leben stark gefährdete. Lauda flog bei einer Geschwindigkeit von 220 km/h von der Strecke, der Ferrari fing Feuer. Der Pilot, der schwere Verbrennungen erlitt, wurde von vier Rennfahrerkollegen aus dem Inferno befreit. Fünf Tage kämpften Ärzte in Mannheim um das Leben des Österreichers, der 42 Tage nach dem grauenhaften Unfall wieder im Cockpit saß und in Monza sensationell Vierter wurde. Den möglichen Titel gab Lauda dann kampflos aus der Hand, als er im denkwürdigen Regenrennen von Fuji, eine Art Blindflug, nach zwei Runden kampflos aufgab. Weltmeister mit einem einzigen Punkt Vorsprung wurde der Brite James Hunt auf McLaren.

LAUDA SCHLÄGT ZURÜCK - WM-TITEL 1977, ABSCHIED VON FERRARI; ERSTER RÜCKTRITT

Ferrari und Lauda blieben einander noch einmal treu und durften sich 1977 (Niki schaffte drei Siege) über einen weiteren WM-Titel freuen. Doch die Chemie zwischen dem Österreicher und dem italienischen Rennstall stimmte nicht mehr wie von Lauda gewünscht, der zweifache Champion wechselte für zwei Jahre zu Brabham. Mit zwei Erfolgen im ersten Jahr (Schweden und ausgerechnet Italien) und WM-Endrang vier und mit keinem und nur insgesamt vier Punkten 1979. Dazwischen lag am 4. Dezember 1978 die Gründung seiner Luftlinie Lauda Air.

Der Knalleffekt kam vor dem GP von Kanada in Montreal. Am 28. September 1979 erklärte Niki Lauda mit den Worten, "ich bin draufgekommen, dass es in meinem Leben Sachen gibt, die wichtiger sind, als mit dem Auto im Kreis zu fahren", seinen Abschied.

RÜCKKEHR MIT MCLAREN, DRITTER WM-TITEL

Zwei Jahre später war für den Wiener am Steuer eines McLaren-Ford (später McLaren/Porsche/TAG) das "Im-Kreis-Fahren" wieder wichtig; 1982 mit Siegen USA-West und Großbritannien (WM-Rang fünf), 1983 mit nur zwölf Punkten (Platz zehn) und als Höhepunkt die Saison 1984 mit insgesamt fünf Siegen und dem dritten WM-Titel. 1985 lief es bei weitem nicht mehr so gut, aber immerhin durfte Niki Lauda am 25. August im GP der Niederlande in Zandvoort seinen 25. (Jubiläums-)Sieg bejubeln.

Anfang November 1985 verabschiedete sich der Österreicher dann trotz eines Traumangebotes von Bernie Ecclestone über rund 120 Millionen Schilling endgültig als Pilot vom Motorsport. Als Berater (Ferrari), Jaguar-Teamchef 2001/02 und vor allem als Co- Kommentator und Interviewpartner (bis heute) war und ist Niki Lauda aber der Formel 1 weiterhin und intensiv treu geblieben.

DIE FORMEL-1-KARRIERE VON NIKI LAUDA (GEB. AM 22.2.1949 IN WIEN) IN ZAHLEN:

Drei WM-Titel (1975 und 1977 mit Ferrari, 1984 mit McLaren- Porsche/TAG-Turbo)

1971 (March-Ford) 1 Rennen/Debüt Österreich 1972 (March-Ford) 12 Rennen, bestes Ergebnis Rang sieben in Südafrika 1973 (BRM): 14 Rennen/Rang fünf in Belgien/Zolder/erste WM-Punkte

25 GP-Siege:

1974 (Ferrari) Spanien, Niederlande 1975 (Ferrari) Monaco, Schweden, Belgien, Frankreich, USA 1976 (Ferrari) Brasilien, Südafrika, Belgien, Monaco, Großbritannien 1977 (Ferrari) Südafrika, Deutschland, Niederlande 1978 (Brabham-Ford) Schweden, Italien 1982 (McLaren-Ford): USA-West, Großbritannien 1984 (McLaren-TAG/Porsche): Südafrika, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Italien 1985 (McLaren-TAG/Porsche): Niederlande

Weitere Stockerlplätze: 20 x Zweiter, 9 x Dritter 24 Pole-Positionen, 31 x erste Startreihe 25 schnellste Rennrunden 420,5 WM-Punkte, 73 x in WM-Punkterängen, 171 GP-Rennen

© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
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