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Kardinal Franz König (1905-2004)

"Veritatem facientes in caritate" (Die Wahrheit in Liebe tun)


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Kardinal König ist die Entspannung des Verhältnisses zwischen Kirche und S ...
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Franz König in jungen Jahren, 1956.
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Erzbischof Franz König während der Weihnachtsfeier der Wirtschaftskammer 1 ...
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Franz König, nach seiner Weihe zum Erzbischof von Wien am 10. Mai 1956.
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Erzbischof König 1957 bei einem Spaziergang mit dem Münchner Kardinal Wend ...
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Kardinal König (li.) mit einem afrikanischen Bischof (re.) in Wien, aufgen ...
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Kardinal Franz König beim Ökumenischen Symposion in der Universität Wien, ...
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Kardinal Franz König während der 10-Jahresfeier des österreichischen Staat ...
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Kardinal Franz König beim Ökumenischen Symposion mit einem orthodoxen Geis ...
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Kardinal Franz König besucht Papst Johannes Paul II. am 18.10.1978 in Rom.
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Portrait von Franz König.
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Er hat eine ganze Ära geprägt: Kardinal Franz König - Theologe, Seelsorger, Konzilsvater und Kirchendiplomat. Er war das Gewissen Österreichs - über alle Konfessions- und Parteigrenzen hinweg.

KARDINAL KÖNIG PRÄGT DIE ÖSTERREICHISCHE KIRCHE

Der am 3. August 1905 als ältester Sohn einer Bauernfamilie in Warth bei Rabenstein an der Pielach geborene Franz König besuchte das Stiftsgymnasium Melk und wirkte von 1934 bis 1937 in mehreren Pfarren seiner Heimatdiözese als Kaplan. In dieser Zeit vollendete er auch seine theologischen Studien und wurde 1936 zum Doktor der Theologie promoviert.

Ab 1938 war König Domkurat und Jugendseelsorger der Diözese St. Pölten. 1945 wurde er Religionsprofessor in Krems und habilitierte sich in Wien als Privatdozent für Religionswissenschaften im Rahmen der alttestamentlichen Wissenschaften. Im Jahr 1952 wurde König zum Koadjutor des St. Pöltener Bischofs Michael Memelauer ernannt, kurz darauf folgte die Bischofsweihe im Dom zu St. Pölten.

Am 10. Mai 1956 ernannte Papst Pius XII. Franz König zum Erzbischof von Wien und Nachfolger Kardinal Innitzers. König wählte als Motto "Veritatem facientes in caritate" - "Die Wahrheit in Liebe tun" (Epheserbrief des Apostels Paulus).

In das Kardinalskollegium wurde er am 15. Dezember 1958 von Papst Johannes XXIII. aufgenommen.

Von Beginn an betrieb König eine Annäherung an die von den kommunistischen Regimen unterdrückten Kirchen Osteuropas. Er reiste als erster "westlicher" Kardinal nach Osteuropa. Bei einer dieser Reisen, auf dem Weg zum Begräbnis des Zagreber Kardinals Stepinac, hatte er am 13. Februar 1960 einen Autounfall und erlitt schwere Verletzungen.

1963 erwirkte er im Auftrag von Johannes Paul XXIII die Ausreiseerlaubnis für den ungarischen Primas Mindszenty. Dieser hatte zuvor in der US-Gesandtschaft in Budapest Asyl gefunden.

In Österreich machte sich König um die Versöhnung von Kirche und Sozialdemokratie verdient.

Als König im August 1980 mit Vollendung seines 75. Lebensjahres den Papst um Entlassung aus seinen kirchlichen Ämtern bat, lehnte dieser ab und nahm seine Resignation erst nach seinem 80. Geburtstag im Jahr 1985 an. Im gleichen Jahr wurde er noch zum Präsidenten der katholischen Friedensbewegung "Pax Christi" gewählt.

Kardinal König wollte sein ganzes Leben vorrangig Seelsorger sein, so arbeitete er auch nach seinem Rücktritt als Erzbischof von Wien unermüdlich weiter. Er unternahm zahlreiche Besuche in Pfarren, Schulklassen und Betrieben und liebte den persönlichen Kontakt mit den Menschen.

Kardinal Franz König, der von vielen Bewunderern als das "soziale Gewissen Österreichs" angesehen wurde, starb am 13. März 2004 im 99. Lebensjahr.

DAS VATIKANISCHE KONZIL

Eine bedeutende Rolle spielte Kardinal König auf dem II. Vatikanischen Konzil. 1965 beauftragte ihn Papst Paul VI. mit der Leitung des vatikanischen Sekretariates für die Nichtglaubenden (bis 1981). Er widmete den nichtchristlichen Religionen aber auch in seiner Eigenschaft als Wissenschaftler besondere Aufmerksamkeit.

Ökumenische Kontakte bildeten einen wichtigen Punkt von Kardinal Königs Arbeit. Durch Besuche bei diversen Patriarchen der Orthodoxie legte er entscheidende Kontakte für den Dialog mit den nichtkatholischen Ostkirchen. Die von ihm 1964 gegründete Stiftung "Pro Oriente" gab der Ökumene durch theologische Symposien weitreichende Impulse.

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