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Die Verstaatlichten Betriebe Österreichs 1955-1960


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Eine Hochofengruppe der Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke ...
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Ab 1947 wurde die VOEST zum Paradeunternehmen der verstaatlichten Industri ...
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Ein Überblick über eine Maschinenanlage im Inneren der VOEST-Werke.
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Die Alliierten Besatzungsmächte in Österreich verfolgten in den Jahren 1945 bis 1955 eine unterschiedliche Politik im Umgang mit dem sogenannten "Deutschen Eigentum". Die Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich überließen diese Unternehmen und Betriebe der wieder gegründeten Republik Österreich. Anders die Sowjets: Sie beschlagnahmten in ihrer Zone verschiedene Industriebetriebe sowie land- und forstwirtschaftliche Besitzungen und fassten sie im sogenannten "USIA"-Konzern zusammen.

EINGLIEDERUNG DER USIA-BETRIEBE

Am 5. Juli 1946 wurden in der sowjetischen Besatzungszone mehr als 300 Industriebetriebe, darunter fast die gesamte Erdölindustrie und die DDSG (Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft), sowie 140 land- und forstwirtschaftliche Besitzungen mit mehr als 150.000 ha Kulturfläche als ehemaliges Deutsches Eigentum beschlagnahmt.

Die Unternehmen wurden im USIA-Konzern zusammen gefasst. USIA, anfangs USIWA, steht als Abkürzung für "Uprawlenje Sowjetskim Imuschestwom w Awstrij" und bedeutet "Verwaltung des sowjetischen Vermögens in Österreich".

Während der Besatzung unterlagen diese Betriebe auch nicht den Verstaatlichungs-Gesetzen der jungen Zweiten Republik. Erst als Folge des Staatsvertrags von 1955 gelangten die Betriebe in österreichisches Eigentum und wurden Teil der Verstaatlichten Industrie. Die Sowjetunion ließ sich die Verfügungsgewalt freilich teuer abkaufen. Die Abwicklung zog sich über sechs Jahre, die Ablösezahlungen erreichten einen Wert von 150 Millionen Dollar.

NEUE ORIENTIERUNG UND NEUSTRUKTURIERUNG

Der Prozess der Neuorientierung und Neustrukturierung der ehemaligen USIA-Betriebe gestaltete sich bei den einzelnen Betrieben ähnlich, bot aber nicht immer gleiche Chancen auf Erfolg. Einige Unternehmen waren besonders auf die Unterstützung durch die Republik Österreich angewiesen.

DDSG und SMV

Die Situation der DDSG, der Ersten "Donau-Dampfschifffahrts- Gesellschaft", nach dem Krieg war schlecht. Die Republik Österreich war aufgrund der besonderen politischen Verfassung Europas auf Neuorientierung angewiesen, wofür die Werft Korneuburg beispielhaft steht. Hier wurden Aufträge für den Westen wie den Osten übernommen und in beiden Fällen waren diese Bestrebungen von Erfolg gekrönt. Dennoch benötigte die DDSG staatliche Hilfe.

Neben der DDSG wurde auch die österreichische Erdölindustrie, unter der Bezeichnung "SMV" für "Sowjetische Mineralöl-Verwaltung", von der UdSSR verwaltet. Die SMV umfasste 95 Prozent der Erdöl- und Erdgasgewinnung in Österreich.

Weder DDSG noch SMV waren den USIA-Betrieben unterstellt. 1955 der Republik Österreich übergeben, gründete diese 1956 die Österreichische Mineralölverwaltung AG, die ab 1974 als ÖMV AG und seit 1995 als OMV AG geführt wird. Bis zur ersten Teilprivatisierung war das Unternehmen zur Gänze im Eigentum der Republik Österreich.

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