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Automobilsport

Österreich und seine Söhne im Autosport - vom Österreich-Grand- Prix über Gerhard Berger bis Le-Mans


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Gerhard Berger 1995 im Ferrari - später verließ er den italienischen Renns ...
© APA-IMAGES/APA/Hans Klaus Techt
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Undatierte Aufnamhe von Jo Gartner.
© APA-IMAGES/APA
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Start- und Zielstrecke des A1-Rings in Spielberg, rechts die Boxenstraße, ...
© APA-IMAGES/APA/Barbara Gindl
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ÖSTERREICHISCHE LE-MANS-SIEGE

Drei Österreicher haben sich bisher in die Siegerliste des wohl traditionsreichsten Autorennens der Welt eingetragen. Am 19./20. Juni 1965 war es Jochen Rindt (23), der auf einem 3,3-Liter- Ferrari mit seinem 33-jährigen US-Partner Masten Gregory in der 33. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans triumphierte. Sechs Jahre später (am 12./13. Juni 1971) sicherte sich der Grazer Dr. Helmut Marko (28) mit seinem niederländischen Kollegen Gijs van Lennep (34) auf einem Porsche 917 die 39. Le-Mans-Konkurrenz mit dem neuen Rekord-Total von 5.335 km.

Als dritter rot-weiß-roter Pilot folgte der 22-jährige Perchtoldsdorfer Alexander Wurz, der zusammen mit dem Deutschen Manuel Reuter und dem US-Amerikaner Davvy Jones einen TWR-Porsche am 15./16. Juni 1996 zum Sieg in der 64. Auflage dieser prestigeträchtigen Veranstaltung steuerte.

Tragisch endete hingegen der Start von Jo Gartner in Le Mans 1986. Am 1. Juni verunglückte der Wiener tödlich.

GRAND PRIX VON ÖSTERREICH

Am 23. August 1964 war ein 3,2 km langer Rundkurs auf dem Militärflughafen Zweltweg in der Steiermark der Austragungsort des ersten zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix von Österreich, am 18. Mai 2003 ging auf dem später gebauten A1-Ring im nahen Spielberg der 26. und möglicherweise letzte über die Runden. Der erste Sieger war der Italiener Lorenzo Bandini und fuhr einen Ferrari, ebenso wie der (bisher) letzte, der deutsche Serien-Weltmeister Michael Schumacher. Österreich war ein einziges Mal in der Siegerliste vertreten, als Niki Lauda 1984 auf dem Weg zu seinem insgesamt dritten WM-Titel auf McLaren-TAG-Porsche erfolgreich war.

Zwischen dem ersten (1964) und zweiten GP von Österreich (1970) vergingen sechs Jahre und gleich neun Mal (zwischen 1987/Sieger Mansell und 1997/Villeneuve) war der Ö-Ring nicht mehr in der Formel-1-WM vertreten. 2003 kam das (vorläufige?) Ende der Formel- 1-Rennen in der Steiermark, die Österreicher wurden vom Kalender gestrichen. Während Jochen Rindt bei seinem einzigen Start (in seinem Todesjahr 1970) auf Lotus-Cosworth ausfiel, gelang Gerhard Berger mit Benetton-BMW als bestes Ergebnis nur ein siebenter Platz 1986.

Die GP-Rennen von 1964, 1971, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1980 und 1981 sind erfasst, die Rennen 1977, 1978, 1979, 1982, 1983, 1984 und 1985 im Lauda-Dossier zu finden.

GERHARD BERGERS ERSTES FORMEL-1-JAHR

Wie Niki Lauda durfte auch Gerhard Berger sein erstes Formel-1- Rennen in einem Grand Grand Prix von Österreich absolvieren. Der am 27. August 1959 in Wörgl geborene Tiroler kam zwar mit seinem ATS BMW Turbo am 19. August 1984 als Zwölfter in die Wertung, doch war diese Platzierung nur eine kleine Randbemerkung wert, gewann doch Lauda als erster und bislang einziger Österreicher einen heimischen Grand Prix.

Im folgenden Grand Prix von Italien in Monza (Sieger Lauda auf McLaren) schaffte Berger als Sechster hinter seinem Landsmann Jo Gartner (Osella) theoretisch sogar einen WM-Punkt, doch wurden beide für die WM nicht gewertet, da ihre Rennställe nur jeweils einen Boliden für die Weltmeisterschaft gemeldet hatten. 1985 wechselte Berger zu Arrows-BMW und holte insgesamt drei WM-Punkte, als Fünfter in Südafrika und als Sechster in Australien.

1986 feierte der Österreicher auf nunmehr Benetton-BMW in Mexiko seinen ersten GP-Sieg, dem in seiner bis 1997 währenden Karriere noch neuen weitere folgen sollten. Berger hat insgesamt 210 Rennen bestritten, fuhr von 1987 bis 1989 und von 1993 bis 1995 für Ferrari, von 1990 bis 1992 für McLaren-Honda und von 1996 bis 1997 noch einmal für Benetton. Zwei Mal (1988 und 1994) beendete der Tiroler die WM als Gesamtdritter.

Kurzporträt: Geboren am 27. August 1959 in Wörgl Wohnsitz: Monaco Verheiratet mit Ana Drei Kinder: Christina, Heidi, Sarah-Maria, Heidi 210 GP-Rennen Zehn Siege (1986 Mexiko, 1987 Japan, Australien, 1988 Italien; 1989 Portugal; 1991 Japan; 1992 Kanada, Australien; 1994 Deutschland; 1997 Deutschland) Zwölf Pole-Positions Insgesamt 385 WM-Punkte

UNFÄLLE

Der Tod hat von jeher den Automobil-Rennsport begleitet, auch wenn in jüngerer Zeit die tragischen Unfälle dank der gegenüber früher weitaus verbesserten Sicherheitsvorkehrungen auf allen Ebenen zumindest bei großen Rennen stark zurückgegangen sind. Zu den prominentesten Toten zählt der zweifache Formel-1-Weltmeister Jim Clark. Der schotte verunglückte 1968 in einem Formel-2-Rennen in Hockenheim.

Als weitere Weltmeister folgten der Österreicher Jochen Rindt im Training für den GP von Italien in Monza 1970 und der Brasilianer Ayrton Senna 1994 im GP von San Marino in Imola. Aber auch weitere Formel-1-Piloten verunglückten tödlich: Wie u.a. der Schweizer Jo Siffert 1971 in Grands Hatch, der Franzose Francois Cevert 1973 in Watkins Glen, der Brite Roger Williamson 1973 in Zandvoort, der Österreicher Helmut Koinigg 1974 in Watkins Glen, der US-Amerikaner Mark Donohue auf dem Österreich-Ring 1975 und der Schwede Ronnie Peterson 1978 in Monza.

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